Donnerstag, 24. Juli 2014

Micro Game: 100% Finesse


Sommerhitze, Luftdruckschwankungen oder Raubfischschonzeiten - die Mini-Montagen können die Rettung des Angeltages sein!
Wenn die dicken Barsche sich im Hochsommer komplett auf die Fischbrut eingestellt haben oder die Bass einfach appetitlos in der Sonne brüten, kann so einem Kleinsthäppchen oft doch nicht wiederstanden werden. Wenn einfach gar nichts mehr geht und eine kleine Frequenz-Angelei die Stimmung hebt, ist das oft der einzige Weg!
Eigentlich ist alles möglich: Texas, Dropshot, Splitshot oder Wacky, oder was Euch sonst so einfällt!
Zur Raubfischschonzeit können super keine Würmchen oder Maden präsentiert werden.
Aber der eigentliche Grund, warum ich so einen Fable für das Kleinzeugs habe, ist die bunte Palette verschiedenster Fischarten, welche gehakt werden können!
Hier ist jeder Biss eine Überraschungtüte! Ich selbst habe neben den bereits erwähnten Predatoren auch schon einige Fische gehakt, mit den ich nun nicht unbedingt gerechnet habe: Schleien, Brassen, Rotfedern, kleine Satzkarpfen und sogar einen Aal konnte ich erbeuten....


In Japan gibt es einige heiße Micro-Hard-Baits. Sehr zu empfehlen ist der obere!                           HMKL K-I MINNOW 50 SP

So langsam gibt es eine befriedigende Auswahl an Terminat-Tackle und Baits

Die Angelindustrie hat sich langsam auch darauf eingestellt und immer mehr namhafte Köder kommen in der 2 inch Größe auf den Markt. Das freut so Finnesse-Futzies wie mich natürlich sehr ;)

Meine Lieblings-Mikro-Köder:

Den Reins Micro Swamp Worm in 2,8" fische ich am liebsten am Neko- oder am Dropshot-Rig. Eine echte Allround-Waffe! Aber gerade auch Schleien und Brassen mögen diesen Bait sehr gerne!

Klassiker: Gary Yamamoto Yamasenko erhältlich auch in 2" und wie seine großen Brüder für alles zu gebrauchen! Ich fische ihn sau gerne weightless als Softjerk. Besonders Weißfische wie Rotfedern und Rotaugen hakt man neben Barschen öfters damit!

Easy Shiner in 2" aus der Köderschmiede KEITECH. Echt super am Jig oder am Texas-Rig. Besonders für Barsche, die der Sommerbrut hinterher geifern, eine echte Gefahr.

Damiki-Air Craw in 2" einer meiner Lieblingsköder im UL-Bereich und echt machtvoll in Gewässern mit Krebsbestand.

Hier ein geiles Filmchen zu diesem Topköder

 Neue Bewohner:


Ultra-Light-Angeln im Süßwasser bekommt in den letzten Jahren ein neues Gesicht. Wir haben neue Besucher: die so allseits beschimpften Grundeln. Aber machen wir doch aus der Not eine Tugend und haben Spass mit ihr! Wir werden das Geschehene sowieso nicht mehr ändern können.

Der DAIWA TORNEMANT TN BEAM FISH in 1,8 inch. Ein Top-Grundelköder und kaum zerstörbar, was bei den gierigen Kleinmonstern echt von Vorteil ist!

Die meisten der Angler haben sich noch nicht ernsthaft mit der Newcomer-Grundel auseinander gesetzt. Es gibt aber nicht nur eine sondern mindestens fünf verschiedene Arten in unseren Gewässern! Für mich ein Grund sie zu beangeln und eine kleine Sammlung zu starten ;)
 

 Das sind die fünf Grundelarten, welche auch gemeinsam vorkommen:
Kesslergrundel, Schwarzmaulgrundel, Flussgrundel, Nackthalsgrundel, Marmorgrundel

 Hier gibts die genaue Anleitung, um die einzelnen Grundelarten zu unterscheiden:

 "KLICK!

  Und hier einen Beitrag von meinen Barsch-Junky-Buddy.... 

 freshwater-rockfishing

   

Fair geht vor!


Ich hoffe, dass wir uns alle einig sind und den Wiederhaken andrücken! Die Chance, bei dieser Angelei Kleinstfische als Beifang zu haken, ist doch sehr groß und es muss meiner Meinung nach Priorität sein, die Gefahr einer stärkeren Verletzung so gering wie möglich zu halten...



Rute und Rolle:


Was soll ich sagen? Für mich gibt es nur eine einzige Marke in Sachen Rutenbau! MEGABASS! Vor allem die Ruten der Phase 2 sind für mich die perfekten Gerten. Zum Kleinköder zuppeln verwende ich die LYCAON COMPETITION F0-69XS. Die Göttin unter den Ruten für solches Kleinzeugs. Super Übertragung, schön weiche Spitze ohne dabei wabbelig zu sein und trotzdem mit einem ausbalanciertem Rückgrat, um auch einen größeren Fisch müde zu machen.


Schnüre: 



Das Hauptproblem welches bei so feiner Angelei entsteht ist, dass die Hauptschnur und das Fluorkarbon leicht, dünn und geschmeidig sein muss. Da aber, wie gesagt, immer wieder auch große Fische einsteigen und dieses natürlich auch sollen, braucht es dazu Hochleistungsschnüre!
Ich persönlich habe nur auf dem japanischen Markt welche gefunden, die alle meine Anforderungen abdecken!

Besonders die Dragon Call FC von Megabass hat eine erstaunliche Leistung und dass auch bei einer Schnurstärke von nur 4 lb.

Bei der Hauptschnur bin ich noch am ausprobieren. Momentan bin ich aber sehr zufrieden mit der Fanell SW Super Light Game 4 lb. aus dem Salzwasser-Rockfishing-Bereich!


Hier mal ein kleiner Ausschnitt, wie bunt die Fänge mit Micros sein können!





Dienstag, 1. Juli 2014

Bonusrunde Wolfsbarsch!


Der alljährliche Familienurlaub ging mal wieder in den Süden Frankreichs: Die Carmargue - meine platonische Heimat!
Anglerisch habe ich bis jetzt immer nur das Süßwasser auf meine geliebten Bass angegangen. Diesesmal wollte ich das Ganze um einiges ruhiger angehen und mich kaum ums Angeln kümmern... aber wie das so als Angefressener ist, musste halt doch eine schon längst ausgemusterte Steckrute, eine Billigrolle und eine minimale Auswahl an Köder mit!
Wie gesagt, Angelzwang herrschte diesmal nicht,  ein Wolfsbarsch aber dürfte meine Barschsammlung dann doch schon bereichern ;)

Begonnen mit dem Fischen habe ich mit allerkleinsten Ködern. Ganz in Rock-Fishing-Manier. Aber außer ein paar Grundeln gab es nichts. Die Hänger-Quote war einfach zu krass und die Rute die ich dabei hatte, eignete sich einfach überhaut nicht für so Kleingeschniepel.
Aber so habe ich immerhin Kontakt mit ein paar einheimischen Meeresanglern bekommen und doch recht hilfreiche Tipps und Spots bekommen.  Außerden habe ich einen Eindruck und ein bißchen Gefühl für das Meer dort bekommen!



Zwei Tage darauf habe ich ein Zeitfenster von drei bis vier Stunden bekommen und so bin ich frühmorgens aus dem Haus um einen Wolf ans Band zu bekommen! Recht zuversichtlich war ich nicht, denn nach den Gesprächen im örtlichen Angelladen und aus den Erfahrungen der einheimischen Spinfischer sei das wohl eher schwierig - In so kurzer Zeit und dann auch noch  mit Kunstködern?!?
Große Hoffnungen zumindest haben sie mir nicht gemacht!!!

Am Abend zuvor hatte ich eine kleine Spotting-Tour gestartet und dabei natürlich auch den ein oder anderen Wurf getätigt! An einer Steinpackung, welche als Wellenbrecher dient, machte es plötzlich BÄÄÄM und meine Rute ist mir fast aus der Hand gerissen worden! Der Drill ging nur einige Sekunden: Die reinste Gewalt und nicht kontrollierbar! Wie gesagt nur einige Sekunden, denn das Fluorkarbon-Vorfach ist in allerfeinster Hechtmanier durchtrennt worden. Ich habe echt keine Ahnung was das für ein Fisch gewesen sein könnte! Ein Barracuda? Kein Plan! Auf jeden Fall unvergesslich und mit nichts zu Vergleichen, was ich je im Süßwasser gefangen habe.....

Der besagte Morgen begann natürlich an dem Wellenbrecher, der mir eine unruhige Nacht beschert hatte! Aber nach über einer Stunde an diesem Spot tat sich leider immer noch nichts. Leider hatte ich keinen Hardbait mehr. Ich hatte ja auch nur einen dabei und den hat mir ja der vermeintliche Barracuda gerippt......

So fischte ich also konsequent Softjerks - aber nicht einen Anfasser! Die Windbedingungen zwangen mich Jigs zu fischen. Da ich aber im Mittelwasser fischen wollte, verwendete ich den Illex Straight Head in 7 gr. Das brachte endlich den ersehnten Biss. Leider hat der Bruder mir den Gummi vom Haken gezogen. Aber der Schlüssel war gefunden!

Ettliche Würfe in die Wellen des Sandstrandes später entschloss ich mich dem Kanal der zum Fischereihafen führt zu folgen, um dort eine Autobahnbrücke aufzusuchen. Dieser Spot wurde mir immer wieder ans Herz gelegt. Also ohne einen einzigen weiteren Wurf die 3-4 Kilometer hingelaufen. Der Spot hatte die klassischen Kehrwasser, Untiefen und sauberen Kiesboden, wie man es von einem klassischen Zanderspot erwarten würde. Beim fünften Wurf dann endlich: BÄÄM, der Fisch hängt und die und Kampfkraft von Salzwasserfischen zeigt sich erneut. Unermüdlich nutzte der Fisch seine Kraft, die Hindernisse im Wasser und die doch recht starke Strömung des Kanals. Aber diesmal hat es geklappt - Ein beherzter Griff in das Barschmaul und der Traum vom Wolf war wahr geworden....

Leider war das Zeitfenster ausgereizt und ich sollte dann doch demnächst mit Frühstück zurück zum Campingplatz! Aber glaubt mir, ich hatte echt kein Problem damit :) :) :)





Tackle:
Grundsätzlich muss man sagen, dass ich keinen Meeresangler getroffen habe, der spezielle Salzwasser Ruten und Rollen verwendete. Alle spülten am Ende des Angels ihr Zeugs mit Süßwasser ab. Bei den Ködern haben sich 3 bis 4 inch  grosse Gummis und  Hardbaits bewährt. Auf Sandaal-Imitate sollte man auf keinen Fall verzichten. Die sollen stets einen Versuch wert sein.

Oben: Ein echt empfehlenswerter Twitchbait der PIN´S MINNOW (SW) von YO-ZURI hat  hervorragende Laufeigenschaft im Salzwasser. Mein absoluter Liebling: Der O.S.P. DoLive Stick brachte aber keinen Biss!


Der Erfolgsköder war der DAIWA TOURNAMENT TN DS-35 in der Farbe Motor Oil Ayu. Allerfeinste Darter-Eigenschaften entwickelt das Kerlchen, wenn er mit der Bauchseite nach oben auf einem ILLEX Straight Jig Head angebracht wird!

Nach dem Gebrauch im Salzwasser muss das Takle unter die Dusche!!!

Spots:
Wo und wann soll man aber fischen? Mir wurde eigentlich von allen Seiten immer die frühen Morgenstunden und der späte Abend, bzw. auch die ersten Nachtstunden wärmstens empfohlen. Top Plätze sind die Hafenbecken, Brücken und Stege und vorallem die Einläufe sämtlichster Art. Eigentlich überall dort, wo wir auch unsere heimischen Zander erwarten würden.
An der offenen Küste sind stets die Steinpackungen oder Wellenbrecher die erste Wahl. Aber auch an monotonen Sandstrände können die Barsche herumziehen. Immer stets in die weiß schäumenden Wellen werfen und gerade da darf es auch mal ruppiger zugehen. Also bei schlechtem Wetter darf auch ruhig geangelt werden....

Ein paar Impressionen:

Dieser Meeresräuber hatte es hinter sich...

Der besagte Wellenbrecher in fabelhafter Kulisse!

Mein Wolf! Und diesmal geht´s auf den Grill!