Donnerstag, 25. April 2013

Schwarzbarsche, Total!!!

Der Ankunftstag:
Endlich war es wieder so weit. Nach knapp eineinhalb Jahren stand ich wieder am Gewässer meiner Begierde, dem ach so schönen und zugleich so zickigen Alpensee, welchen ich ja schon so oft erwähnt habe........
Leider war das Wetter am Ankunftstag nicht so, wie ich mir das die Tage zuvor ausgemalt hatte und das Wasser war saukalt. Sollte das eventuell Schwierigkeiten machen??? Wie werden die Bass darauf das Wetter reagieren??? Sind sie auch schon wirklich aktiv??? Fragen über Fragen! So früh im Jahr bin ich noch nie auf der Schwarzbarschpirsch gewesen!!!

Um´s kurz zu machen: Nachdem ich mein Bivy aufgebaut hatte, die Angelkarte organisiert und das mitgebrachte Boot zu Wasser gelassen hatte, bin ich gleich zu den mir bekannten Standplätzen!!!
Leider absolut nichts. Kein Biss. Nicht einmal einen unvorsichtigen Bass habe ich gesehen!!! War es ein Fehler so früh im Jahr zu kommen???
Am Abend besuchte mich dann der ortsansäßige "Splitshot 81", den ihr vielleicht aus meiner Networkliste kennt.
Bei einem Bier und einem edlen tropfen Whisky bekam ich doch einige entscheidende Hinweise und mir war klar, dass die Fische sich im Frühjahr ausschließlich im Dorfhafen aufhalten. Dort sollte ich an den vorhandenen Unterwasser-Faschinen und unter den Booten ausschau halten. Leider sagte er mir, dass es wohl sehr schwer dieses Frühjahr sein sollte und kaum Bass bis jetzt gefangen worden seien....... Was für eine Scheiße!!! Kann´s denn nicht ein einziges Mal heißen:"Hey super! Alles bestens! Du bist zum richtigen Zeitpunk hier und die Fische beißen wie verrückt!"?!?!?!


Keine guten Bedingungen. Das ist die Aussicht aus meinem Bivy..



 Tag 2:

Der nächste Morgen verlief auch echt zäh. Gerade einmal einen Biss und den habe ich auch noch verschlafen. Das Wetter wurde aber von Stunde zu Stunde besser und dass ich in der letzten Nacht beinahe zwei Stunden damit beschäftigt war mein Bivy zu sichern, (starke Regenstürme) verschwand auch beinahe aus meinem Kopf.

Am späten Vormittag biss dann der erste Bass  auf extrem langsam und konzentriert geführtes Dropshot mit einem I-Shad als Köder. Hatte ich den Schlüssel gefunden?
Gleiche Montage gleiche Unterwasserfaschienen gleiche Führung. Bang!!!! Der  nächste Bass!!! Ein Winzling, aber irgendwas mach´ ich jetzt richtig oder irgendwas hat sich geändert!
Da die Biester sehr schnell lernen, schien mir die Stelle belastet und ich wollte diesen Spot nicht "kaputtangeln". Also bin ich erst einmal zu ein paar anderen Stellen.
Zwischenzeitlich habe ich den Köder und die Technik geändert. Der 3,8 inch große I-Shad-Tail am Offset-Jig brachte mir vier Nachläufer und eine kleine Forelle.
Unter einer Pontonbrücke fing ich dann zwei weitere kleine Bass. Danach ging eine ganze Weile nichts mehr. Beim langsamen Dropshoten zurück an meiner erfolgreichen Faschiene kam dann ein hammerharter Biss und die Kopfstöße verrieten,  dass es sich um einen Flussbarsch handeln musste und dass dieser nicht von der schlechten Sorte war. Der Kollege hat sogar richtig Dampf gemacht und war ein echter Segen an den doch eher zähen Tag. Kein schlechter Fisch! Danach kam aber leider nichts mehr.
Erneute Köder- und Rigwechsel brachten auch nichts.
Bis wieder der bereits erfolgreiche I-Shad, allerdings diesmal mit Padelschwanz, sich durch die Weidenäste der Unterwasser-Faschienen durcharbeitete.
Juppp..... die Bisse kamen meist erst nachdem der Köder sich verhakte und ich ihn wieder lösen konnte. Echt crazy!!!
Einen weiteren Großbarsch, zwei räuberische Rotfedern und noch einen Bass brachte mir der Köderwechsel ein.
Danach ging nichts mehr........

Nach erfolglosen weiteren 1,5 Stunden gab ich´s dann auf.
Wieder einmal erwartete mich die wirklich sagenhafte italienische Gastfreundschaft.
Ich durfte mich mit den Splitshot-Brüdern und derer Familien zum ausgiebigen Abendessen treffen und weitere Infos über das Schwarzbarschangeln bekommen..................... :) Ich freute mich wirklich drauf alle wieder zu sehen und hatte auch echt einen riesen Hunger. Denn außer ner menge Bier gab´san diesem Tag noch nichts ;)




Tag 3:



Der nächste Tag begann dann ziemlich verkatert. Aber ich war happy, denn die Kinder der beiden sind echt gewachsen und die Frauen immer noch so aufmerksam und das Essen - Ohne Worte!!! Tip-Top. Wo kriegst du bei uns sooo ein Essen?
Wie es aber sein kann, dass jedes Mal, wenn ich bei ihnen eingeladen bin, mein Weinglas nie leerer wird, ist mir ein Rätsel?! ;)

Auf Jeden Fall waren die Jungs begeistert von den Fängen des Vortages (fünf Bass!! Nicht schlecht zum Saisonstart). Die Bilder der Flussbarsche begeisterten sie aber noch mehr. Ich fische halt einfach ein paar Nummern kleiner als sie und ausschließlich Finesse!!!

Naja, nach zwei leckeren Kaffees sind wir erst ein Mal zu einem Angelladen, welcher sich voll auf´s Bass-Fischen eingestellt hat, gefahren. Was mir im Laden klar geworden ist, ist dass die Leute dort überhaupt nicht so fein fischen und das fängt schon bei den Ruten an und hört bei den Ködern auf!!! 3 inch scheinen für die schon ultralight zu sein.......

Danach ging´s wieder auf den See und ich machte weiter wie am Tag zuvor.  Finesse an leichter Rute...
Und siehe da, Bass auf Bass an eigentlich immer den gleichen Stelle.
Leider hatte ich bis da nicht einen einzigen großen Bass haken können???

Am Nachmittag sind die beiden dann noch für einen Gig vorbei gekommen und wir fischten im Hafen ohne Boot. Sie legten gleich mit einem schönen Bass vor. Also bastelte ich mir das Rig nach, Offsethaken , 4inch Yamaseko in schwarz und ein abgestopptes Bulletweigt in 7gr. Das ganze raus geworfen an die unterste Kannte sinken lassen, zweimal angezuppelt und einige Sekunden liegenlassen....... "BANG"..... mein erster richtig guter Bass, vielleicht knapp 1 kg. Schon ganz gut...... also weiter so......
Wir fischten bis ins Dunkle. Wieder der Wechsel zu meiner UL-Fischerei brachte Bass auf Bass. (Aber kleine Fische halt eben.)


Eine Technik, von der ich nichts wusste, ist das Fischen auf Bass in der Nacht!!! Ja, in der Nacht!!!
Harte Ruten, Baitcaster Rollen, 10-12 Gramm schwere Cover-Jigs und Krebse, welche viele Vibrationen abgeben, sollen wohl verwendet werden. Ebenfalls sind stark aromatisierte Köder sinnvoll.....
Kenntnisse über den Spot sind zwingend notwendig!!! Man muss wissen, wo die Fische sich aufhalten, wo es Hänger geben könnte, usw.......
Nach dem Auswerfen muss man die Montage zum Grund singen lassen und die Schnur auf Spannung halten. Jetzt erst einmal bis zu einer halben Minute warten und den Köder eigentlich nur über die Rutenspitze einige Zentimeter ranziehen, liegen lassen, ein zwei Jigs, liegenlassen........ (ja bis sogar einer Minute!!!!) Echt ne krasse Angelei!!! Klare Vollmondnächte gelten übrigens als absolut Top.
Einige Nächte zuvor konnte mein italienischer Freund eine Mama mit mehr als 2,5 kg an der gleichen Stelle rausdreschen,
In der Nacht, in der ich es versuchte, hatte ich zwei Bisse. Leider habe ich sie beide voll verpennt :(




In der Nacht gefangen. Diese Ü-2,5 kg Mama!!!!  Großartig.

Ein echter Monster-Barsch. Beifang beim Nacht-Jiggen!!!



Hier ein Filmchen zu Thema Nachtfischen auf Bass

 



Tag 4:
An diesen Tag wollten wir große Bass an einem kleineren See fangen. Dieser soll das letzte Jahr gleich mehrere 4 kg Muddis gebracht haben. Der See ist sehr stark frequentiert und die Fische dort sind absolut schlau, aber halt auchüberdurchschnittlich groß!!!
Die Spots sind traumhaft!!! Die maximale Wassertiefe ist so um 2m. Das Wasser ist dunkel und die Sonne hatte an dem Tag echt schmackes. Also beste Voraussetzungen.................Aber nichts! Selbst zwei Pros aus der Bellyboat-Liga der Italy-B.A.S.S. Aciatio hatten nach einem halben Tag nicht einen einzigen Biss.......



Also pünktlich zum Mittag sind wir zurück an unser "Hausgewässer" mit einem kleinen Abstecher an den Mangore See, um zu schauen was die Bass dort so treiben!!!


Bass gab es noch nicht, aber dafür diese wunderschöne Seeforelle, welche sich auf Sicht mit einen  aus dem Smile Worm aus dem Hause NOIKE am Nailsinker-Neko überlisten lies. Mensch Meier, den Fisch gesichtet, angeworfen und im Freiwasser den Wacky angezuppelt. Natürlich am Fisch vorbei! Und dann plötzlich dreht der Fisch sich um und "BANG" schnappt sich das Ding. Das Ganze im glasklaren Wasser, gerade einmal 2m vor meinen Füßen!!! Ein echt geiles Erlebnis :)  Der Drill war super. Am leichten Gerät einfach grandios!!!.... Eine Flucht nach der anderen. Zwischen den Booten.......  Adrenalin pur :) ............. JUNKIE!!!


Ein Traumfisch von über 60cm mit einem lachsähnlichen Kopf und einer traumhaften Färbung....

The SPLITSHOT-BROTHER´S

Nach diesem Spektakel und zwei Bier sind wir alle sehr euphorisch zurück an unser Hausgewässer und fischten die bekannten Stellen konzentriert ab. Die zwei Brüder klatschten gleich wieder schöne Bass aus den Wasser, und ich wieder den bunten Mix der Finesse-Angelei.....
Am Abend gab´s dann wieder die italienische Rundum-Versorgung mit Pizza, Fussball und einem eigenen Kanal auf SKY der sich ausschließlich mit dem Spin-Fischen beschäftigte.







Der Abreisetag:
Der Abreisetag war für mich der Tag mit der mit Abstand stärksten Frequenz. Es waren weit über 30 Schwarzbarsche, wieder ein schöner gestreifter Bruder und die besagten Raubfedern....
In den letzten Stunden vor der Abfahrt wollte ich es im Hafenbecken noch einmal mit einem großen Bass versuchen. Dazu baute ich mir eine Finesse-Antwort auf einen Cover-Jig. Das Ding haute echt rein, keine Riesenbass, aber immer wieder bessere Fische. Das Wasser wärmte sich allmählich auf und die Fische wurden aktiver. Leider wurde es nun Zeit dem Heimweg anzutreten....... :(
Was bleibt ist die Erinnerung an super Menschen, geniales Fischen und eine traumhafte Angelkulisse.
Erwähnenswert ist noch, dass die Bass an diesem See zum zweiten Mal in den Genuss einer Schonzeit gekommen sind und ein Schonmaß von, so glaube ich verstanden zu haben, 45cm haben. Ja auch in Italien werden die Bass nun gefördert. Das konnte ich auch beobachten, als drei städtische Arbeiter sich um Laichplätze aus Weiden kümmerten.



Die Stadtarbeiter beim Besprechen. Sie bauen gerade Laichplätze für die Bass.
























Die Erfolgsköder



Gute Anlaufstelle:

Für alle, die es auch einmal versuchen möchten, ihr anglerisches Bass-Glück in den Alpen zu suchen, den kann ich nur den Angelladen CLAN empfehlen. Die Jungs sind echte Pros und an Turnieren der Italy B.A.S.S. beteiligt. Sie kennen jedes Wasser und wissen was gerade wo geht....... Allerdings sollte man ein bisschen italienisch sprechen oder wie ich keine Hemmungen haben, sich mit Händen und Flüssen zum Affen zu machen :) Die Leute dort danken es einem mit ganzem Herzen und man wird in aller Regel auch mit Bass belohnt ;)













 Grazie Mille to the SPLITSHOT´S and Family...

Montag, 15. April 2013

Das "Hobo Fishing Kit"


Hobo heißt übersetzt Landstreicher. Also stelle ich Euch sozusagen die "Landstreicher-Angel" vor. Mich als Sportangler interessiert es immer wieder neue Techniken zu erlernen, sie zu verstehen, sie einzusetzen und natürlich auch damit zu fangen. Aber auch einfach einen neuen Bewegungsablauf zu erlernen ist meist auch schon Grund genug. 
Der Urprung dieses Kits liegt eigentlich in Afrika. Durch die Sklaverei wurde sie nach Amerika gebracht. Dort wiederum erlernten dann aber nahezu alle soziale Schichten damit umzugehen..........
Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Es ist klein und damit überall mitzunehmen und es ist aus einfachsten Komponenten zusammengebaut. Man kann es individuell ergänzen, also diverse Bauteile durch andere Materialien ersetzen. Somit hat man auch eine absolut survivaltaugliche Angel am Start, welche sich schon seit Jahrhunderten bewährt hat!!!! Ja wirklich, denn das Kit wurde schon eingesetzt, bevor Angelhaken und Angelschnur erfunden wurden!!! Ich werde der Sache auf den Grund gehen und es ausprobieren. Allerdings erst einmal mit Schnur und Haken........ wenn´s erfolgreich ist, werde ich auch den Haken durch Knochen ersetzen und Angelschnur durch Sisal oder dergleichen.
Aber erst mal ein Hobo-Kit bauen und dann fangen..........


Hier die Bauanleitung:



In diesem Fall entscheide ich mich für Bambus. Aber auch diverse Kunststoffröhren oder sehr glatte Holzstücke würden in Frage kommen.............

Das Rohr sollte so ca.30 cm lang sein und ca 4cm im Durchmesser haben.....

Die vordere Kante muss sehr glatt sein. Das erreiche ich mit einem Messer.............

Mit dem Messer bohrt man am Ende des Griffstücks ein Loch, in welchem anschließend eine Fangschlaufe angebracht wird.....Wichtiges Element!!!!!!!


Ein schmales Stück Klebeband oder aber auch ein Stück Baumharz wäre denkbar und sorgt dafür, dass die Schnur sich auf der glatten Oberfläche nicht mitdreht...........

Anschließend habe ich 30-40m Schnur sauber aufgewickelt. Aus Gründen des Handlings, habe ich mich für eine 0,38 Schnur entschieden....
Das ist im wesentlichen das Hobo Kit. Einfach aber effektiv..........



Fahrradschlauchstücke eignen sich super für Halterungen....


Die Wurftechnik:

Zum Thema Werfern: Schaut Euch am Schluss das Movi an!!! Erklärt sich dann von selbst...



Eine kleine Verbesserung muss her! Die Abwurfkante muss gerader sein, weil der Wiederstand beim Werfen zu hoch ist und somit die Reichweite doch sehr überschaubar bleibt.... Also noch einmal die Säge angesetzt und anschließend entgratet..............


Ein klassisches Florida-Rig ohne Schnickschnack soll den ein oder andern Räuber ans Band bringen.


Das ist das Karpfen-Rig, welches ich ins Rennen schicken werde. Eine simple, selbstgebastelte Festblei-Montage.



Das Kit ist fertig und ich habe mich dazu entschieden, erst einmal einen Karpfen damit auf die Schuppen zu legen, bis ich mich an das Handling gewöhnt habe. Dann werde ich es auch auf Raubfische mit klassischen Plastikwürmern versuchen.

........Bitteschön: Klappt doch :)



Filmchen wird nachgeliefert

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