Montag, 26. Dezember 2011

FRANKREICH-Auf der Suche nach Schwarzbarsch

Gerüchte über kleinere Schwarzbarschbestände führten mich in diesem Sommer in das Gebiet "Plateau des 1000 Etangs", welches mitten im Departement Haute-Saone liegt.

Ein klitze-kleiner Ausschnitt dieser traumhaften Gegend

Es ist eine sagenhafte Landschaft, welche anglerisch einiges zu bieten hat. Das Plateau wird von den Tälern des Ognon und des Breuchin begrenzt. Sein Name geht auf die zahlreichen kleineren Moorseen zurück. Über den Wäldern, Wegen, Seen und Hochmooren schwebt heute noch der Hauch des Geheimnisvollen und sind der Schauplatz zahlreicher Legenden....... Selbst ein angelloser Trip durch die Route des Mille Etangs vermittelt fast den Glauben, man könnte sich in Finnland befinden!!!!! Hier ist noch ein Link über diese tolle Region: http://de.wikipedia.org/wiki/Esboz-Brest

Für uns Breisgauer ist die Reise dort hin ein Katzensprung (eine Autofahrt von 1,5 h) und für Alex und mich auch keine unbekannte Diva. Zu Zeiten, als ich noch passionierter Schleien-, Karauschen- und Brassenjäger war, führte mich der Weg schon etliche Male in diese Gegend. Außerdem war dies der Ort des Geschehens, an welchem Alex, alias "Der Hecht-Roboter", das Angeln erlernte! Wir hatten echte Sternstunden in dieser Gegend. Darüber aber mehr im Anschluss!!!! Jetzt soll es erst mal um den Black Bass gehen!!!!


!! Meine Wenigkeit  !!
!! Der Hecht-Roboter !!






Rot eingekreistes zeigt das Hauptverbreitungsgebiet der Schwarzbarsche in Frankreich. Die Nummer 70 ist das Departement Haut Saone!!



Die Gerüchte sagen, dass in der dortigen Teichwirtschaft der großmäulige Forellenbarsch besetzt wird, um die lästigen Katzenwelse wegzufressen!!! Recherchen ergaben, dass bei sämtlichen Fischzüchtern der Black Bass angeboten wird!!! Bingo!!! Ein "Bass-Puff" gibts wohl auch!!! Also nichts wie hin!!!
Die Gegend um die Stadt Lure ist immer der Ausgangspunkt unserer "1000 Seen" Trips gewesen. So auch dieses Mal. Der dortige Outdoor-Laden NATURA-LURE mit großer Angelabteilung, ist ein guter Startplatz zum recherchieren. Der Ladenbesitzer bestätigte meinem Bruder und mir den "Bass Puff" und nannte noch zwei weitere, nicht private, Seen in denen regelmäßig besetzt und auch gefangen wird. (Bilder bestätigten dieses!)
Hier ein paar Bilder und der link zum "Bass Puff" www.ferme-des-guidons.fr




Leider war uns das Schicksal nicht hold, denn der See war gesperrt und man hätte sich auch sonst mindestens eine Woche vorher anmelden müssen!!!
Also auf zum nächsten der genannten Seen!!!! Es war gar nicht so einfach. Denn wenn nur eine Beschreibung auf Französisch ohne Adresse vorliegt, dann bringt selbst das beste Navi nichts!!!!!!!!!!!! So wird in diesen Gebiet schnell ein Abenteuer aus der Suche!!! :)
Wir mussten uns in den Dörfern durchfragen. Mittags kamen wir an einen Privatsee, welcher Bass haben soll. Gegen einen kleinen Arbeitseinsatz am Dach der dortigen Baracke hatten wir sogar ein Boot!!! Echt Geil!!!

Hier ein paar Bilder von diesem Nachmittag:
Der Besitzer des Sees. Eine echt coole Type
Top Köder: ein Spinner-Bait
Der einzige Nicht-Schneider




Mein Bruder: König der Katzenwelse
So richtig gut lief es nicht. Außer Katzenwelzen auf Ultra-Light-Finesse, konnte ich zwei kleine Hechte Haken.... Aber am Abend dann: "Bass on!" und gleich wieder weg!!! Ein Sprung und weg :(  !!!! Gott verdammte Scheiße!!!! ......Danach nichts mehr!!!!

Macht echt Fun: UL-Catfish. Nächstes Mal aber größer
Ansonsten gabs nur solche Fritten!



Einige Wochen später: Gleiche Gegend an einer Verbindung zwischen zwei Seen.Wieder auf den letzten Drücker - "Bass on!" Dieser kleine Scheißer, welcher sich im letzten Abendlicht einen weißen 3" Yamasenko am No-Sinker Wacky Rig schmecken ließ. Er machte mir auch echt noch Spaß: Geil,Geil,Geil mein erster Franzosen-Bass! Ein "Scheißerle"!

Mein French Black Bass No. 1

Wir sind echte Fans dieser Gegend!!! Und jetzt, wo ich weiß, dass es Bass gibt, werde ich wieder öfters dort erscheinen. Natürlich handelt sich es um einen sehr kleinen und sensiblen Bestand.....Ist klar!!! Verstanden!!! Des weiteren sei gesagt, dass es nichts mit der Schwarzbarsch-Angelei in Italien, Spanien oder Süd-Frankreich zu tun hat!!! Wer hier in dieser Gegend einen fängt, hat den Jackpott.

Eigenarten dieser Gewässer!!!!

Ein alter Bekannter!!!  Was sind das bloß für Aliens???


-In dieser Gegend gibt es auch Lebewesen, die uns sehr fremd erscheinen. Echte Aliens eben. Nein, Oder??? Alex und ich bezeichneten diese Gelee-artigen Dinger, welche irgendwie an Froschlaich erinnern einfach nur als "Schwämme".
Aber bei meinen ersten Recherchen war ich kurzzeitig überzeugt, dass es sich um eine Blaualgen-Kolonie handeln könnte. Die Franzosen erzählten irgend einen Quatsch über Luftverschmutzungen und so. Aber dann kam der entscheidende Satz, von einem erfahrenen Süßwassertaucher: "Ich glaube die heißen Moostierchen oder so???" Und tatsächlich handelt es sich um Moostierchen-Kolonien der Spezies Pectinella magnifica, eine nordamerikanische Art, welche Ende des 19.Jahrhunderts nach Ostdeutschland eingeführt wurde. 1995 wurde sie erstmals in der Gegend bei Saone-et-Loire und in den Vogesen entdeckt. Eine Eigenart ist, dass sie nur in heißen Perioden solch große Kolonien bilden. Schon abgefahrene Viecher - Echt Krass!!!!! Hier noch ein Link für interessierte Naturleute: http://de.wikipedia.org/wiki/Pectinatella_magnifica

-Eine weitere Eigenart sämtlicher Seen auf diesem Plateau, ist die Wassertiefe. Sie soll bei den tiefsten Seen maximal 4m sein!!! In allen von mir beangelten Gewässern war sie immer höchstens 1,6m!!!! Das bringt eine ganz eigene und wirklich spannende Angelei mit sich!!!!!!!  Hier ein paar Fotos und ein Filmchen um sich mal ein Bild davon machen zu können.





video

Aber Vorsicht! Man muss sich die Ufer richtig anschauen und darf die Seen nicht unterschätzen!!! Es handelt sich um ein ausgeprägtes Moorgebiet!!! Selbst ortsansässige Jäger, Angler und Pilzesammler verschwinden und sterben jedes Jahr!!! Kein Scheiß!!!!!!!!!!!!!!!!

-Hechte sind in der gesamten Gegend der Brotfisch und kommen richtig häufig vor. 10-15 Hechte pro Tag und Person kamen häufiger vor!!! Neben Karauschen, Schleien und Karpfen kommen nur wenig Barsche vor, aber eben auch Schwarzbarsche! Weissfische kommen auch eher seltener vor und wenn überhaupt, dann ausschließlich Rotfedern. Diese Seen sind wegen der extremen Bedingungen (Wasserstand, hohe Wassertemperaturschwankungen und der extrem saure PH-Wert) dieser Region, nur den Überlebenskünstlern unter den Fischen vorbehalten.

Stahl ist dort echt Pflicht!!! Geht nicht anders!!!!

Die Köder: Aufgrund des extrem niedrigen Wasserstand kommen nur Flachläufer in Frage! Außerdem hat sich aufgrund des stark torfig-braunen Wassers die Farbe weiß und Druckwellen meist positiv bemerkbar gemacht!!! Die Top-Köder, die sich über die Jahre bewährt haben:








Hier noch ein paar Bilder aus vergangenen Zeiten, die zeigen das wir uns wie Gott in Frankreich fühlten, Erfolg und Fun hatten!!!