Montag, 8. Dezember 2014

Florida und Punch-Rig´s ( Neue Version)


Das Florida-Rig

Über das Florida-Rig wird in Deutschland kaum gesprochen und geschweige denn berichtet. Doch gerade dieses Rig ist in extrem verkrauteten und verhölzerten Gewässerabschnitten (Heavy Covers) die einzige vernünftige Lösung!!
Mit dieser Technik kann eben sogar in absoluten "Horror-Covers" der Köder ohne große Hängergefahr mal kurz auf den Boden abgelegt werden!!!
Der Unterschied zum gewöhnlichen Texas-Rig ist, dass der Haken mit samt Öhr und Knoten im Köder versenkt wird. Ein weiterer Unterschied ist, dass das Blei mit einer Haltespirale versehen ist. Diese sorgt für eine lückenlose Verbindung zwischen Köder und Montage, wo sich ebenfalls kaum etwas verfangen kann!!!
Man muss allerdings darauf achten, dass beim Montieren genug Platz für diese Spirale bleibt!!


Es gibt diverse Möglichkeiten für ein Florida-Rig.

Das Rig sollte mit höchster Konzentration gefischt werden. Am besten führt man es ähnlich wie beim Jiggen lediglich mit dem Unterschied, dass der Haken nicht frei liegt... Hierdurch geschuldet gibt es allerdings immer wieder einmal Fehlbisse!
Aber was soll ich sagen, welches andere Rig kann man in diesen Covers fischen?
Bei leichteren Gewichten muss nicht unbedingt so blitzschnell reagiert werden.

Die gängiste Variante ist nur mit einem Stopper!

Ein Gummistopper der vor dem Blei montiert wird, ist eine perfekte Lösung. Einfach und flexibel - man kann binnen Sekunden von Texas auf Florida wechseln!!
Bei dieser Methode kann man dem Köder aber auch einen noch größeres Bewegungspektrum verpassen. Einfach mal mit dem Stopper spielen!


Die bombenfeste Variante: Spirale + Stopper, für absolute Hardcore-Covers wie versunkene Baumkronen usw.

Eine weitere Möglichkeit sich ein Florida-Rig zu basteln, ist das Blei mittels eines Zahnskochers oder auch ein Schilf Stückchen welcher ins Loch des Bleis geschoben und zu fixieren abgebrochen wird.

Eine pragmatische Lösung!
Der NOIKE Texas KemKem ist eine super Lösung, wenn Skirts angesagt sind aber Covers wie versunkene Baumkronen den Einsatz von klassischen Rubberjigs verhindern!


NOIKE Texas KemKem

Die Gewichte beim Texas KemKem sind eher leicht und bei 3,5 Gramm ist dann auch Schluss.
In der Regel ist das auch ausreichend, zumindest fürs Bassfischen! Aber wenn die Situation es erfordert, kann man auch ohne Bedenken einfach ein normales Bullet vorne dranpacken. Funzt genauso ;)



Ab der 4. Minute gibts Unterwasser-Pic´s:




Es gibt neben den üblichen Wurftechniken gibt es zwei Würfe bzw. Präsentationen, welche immer wieder mit dem Florida-Rig in Verbindung gebracht werden!
 
Flippen:
Eine weitere Präsentation dieses Rigs ist das sogenannte "Flippen", durch welches ein schnelles Absuchen naher Bereiche möglich macht oder stressfreies Angeln in Schilfgürteln oder anderen Hindernissen garantiert. Man kann diese Methode nur im unmittelbaren Nahbereich verwenden.
Es wird bei dieser Präsentation stets mit einer Hand die Rute und mit der anderen Hand die Schnur eine armlänge lang gehalten. Die Rolle wird beim Flippen nie geöffnet!

Pitching:
Das Pitchen ist eine Art unterhand Pendelwurf bei geöffneter Rolle. Diese Technik hat ihre Berechtigung, wenn präzisere Würfe zu etwas weiter entfernten Covers gefragt sind!

Bilder sagen aber mehr als tausend Worte
Pitching vs Flipping




 Hier das Flippen im Einsatz!
Einfach ein geiles Filmchen ;)





Das Punch-Rig:

Eigentlich ist dieses Rig nichts anderes als ein Florida-Rig. Lediglich in der Verwendung, der Führung und ein paar Kleinigkeiten im Aufbau findet man Unterschiede.
Dieses Rig ist für richtige Alptraum-Spots und Horror-Covers eine echte Lösung. Man muss allerdings sagen, dass wahrscheinlich etliche Bisse ins Leere gehen werden!!! Aber an genau diesen Stellen, ist die Wahrscheinlichkeit einen großen Fisch zu überlisten, doch recht groß, denn welcher Spinner wird dort schon freiwillig fischen???

Klassisches Punch-Rig

Wichtig:
Wichtig ist auf jeden Fall eine Rute, welche nicht zu kurz ausfallen darf. Aber auch die Schnur, Vorfach und alle Kleinteile sollten der extremen Situation gewachsen sein. Rischtig Heavy eben :)
Auch der Einsatz einer Multirolle, ist genau dafür die richtige Wahl!!!!

Der Aufbau ist der gleiche wie beim Florida-Rig, wobei der Haken nicht ganz durchgestochen wird.
Ein Worm-Weight mit einer Haltespirale hat klare Vorteile. Aber trotzdem kann es auch Sinn machen, es zusätzlich mit einem starken Stopper zu fixieren.

Das Gewicht sollte übrigens nicht unter 10-15g betragen, da das Rig sonst in seiner Funktion nicht gerecht wird. Es soll eben in die Hardcore-Covers eindringen und muss sich seinen Weg durch allerhand Scheiß bahnen.... Aber man sollte auch keine Angst vor Gewichten in der 20-30g Liga haben. Diese können durchaus Sinn machen! Zusätzlich kann man auch noch Skirts anwenden

Klassischer Weise verwendet man Krebsimitate. Man sollte aber ausschließlich Köder verwenden, in welche Salz mit eingearbeitet ist. Dieses sorgt für das Brechen des Köders beim Biss, damit der Haken optimal greifen kann!!

Die Präsentation erklärt sich am besten so, dass der Köder idealerweise von oben ins Cover eindringen sollte. Aber eher so eine Art ablegen und nicht einwerfen. Ebenso ratsam ist es, vor den Wurf schon einen Meter Schnur von der Rolle zu holen und mit der anderen Hand kontrolliert abzugeben. Man sollten stets darauf achten, dass so wenig wie möglich Schnur auf dem Wasser liegt. Die Rutenlänge hilft hierbei!!!

Hier ein Punch-Rig-Filmchen!

 




Backslider-Punch-Rig:

Wird in den Staaten auch oft als Okeechobee-Rig bezeichnet. Benannt nach den riesigen und bekannten Bass-Gewässer Lake Okeechobee in Florida.

Das Okeechobee-Rig


Das Backslider-Florida-Rig ist eine wirklich seltsame Montage mit einer effektiven Wirkung!!! Einfach mal beim nächsten Bass-Trip in einem verkrauteten Kanal oder dergleichen versuchen!

Der klare Vorteil dieses Rigs ist das direkte Eindringen von oben in die grüne Suppe. Ist die Montage erstmal durch, fällt diese direkt zu Boden und bietet den Hindernissen weniger Wiederstand.
Einfach mal die Filmchen anschauen ;)
Es gibt natürlich auch speziell dafür vorgesehene Bullets, aber ein kleiner Nagel und ein Tropfen Sekundenkleber haben bei mir aber stets gereicht.

Uuund wieder ein Filmchen!






Sonntag, 9. November 2014

Das Texas-/ Carolina-Rig Variete (Neue Version)




Das Texas-Rig: 

Mein absoluter Favorit!!! Texaner ohne Kugel!


Eigentlich ist dieses Rig mittlerweile jedem Spinfischer bekannt, aber trotzdem soll es, nicht nur der Vollständigkeit halber, hier vorgestellt werden!!! Es ist absolut vielseitig, unkompliziert aufgebaut und so oft erfolgreich. Das Rig besteht aus einen, frei auf der Schnur laufenden, Patronenblei, damit die Fische ohne Wiederstand abziehen können. Eine Perle sorgt für das Klacken (wenn erwünscht). Abgestoppt wird das Ganze durch den Haken.

T-Rig mit Tru-Tungsten BulletWeigt und dem 6mm Force Bead auch aus Tungsten. Diese Kombo macht so richtig Krach!


Außerdem war es mein Einstiegs-Rig in die US-/ Japan-Angelei!!! Vielleicht kann sich ja noch jemand an die "Planet Angeln" Sendung mit Johannes Dietel erinnern....? Für alle Interessierten ist hier der Link zum Filmchen:
http://www.youtube.com/watch?v=0wVAs4I3Y


Historie T-Rig:
Die Entstehung des T.-Rigs lag wohl so um die Zeit des zweiten Weltkrieges in den USA. Es wurde anfangs für die Forellenbarsch- und Schwarzbarschangelei benutzt. Schnell merkten die Angler, dass sich damit auch hervorragend Yellow-Perch und Walleys überlisten ließen. Umso erstaunlicher ist, dass wir Europäer erst vor ein paar Jahren von den Ami-Rigs Wind bekommen haben!
Als Köder verwendeten sie damals Live-Baits, also Würmer und kleine Fische. Vorzugsweise den Minnow. 1949 kam Nick Creme aus Ohio die Idee, die mühevoll gesammelten Tauwürmer dauerhaft nachzubilden. Die Gussform wurde anscheinend mit Hilfe eines gefrorenen Tauwurms gefertigt. Der Abguss gelang und die "Stunde Null" der die Finess-Angelei hatte geschlagen!!!
Die erfolgreiche Produktion wurde nach Texas verlagert und dort unter dem Namen "Creme-Worm´s" vertrieben. 1964 wurde in einen Angelkatalog der B.A.S.S.-Association der Cremeworm in Verbindung mit einen Patronenblei  als das Texas-Rig vorgestellt.


Moderne:
Finesse-Rigs leben von den unzähligen, meist aus Japan stammenden, Materialien, Ködern und aberhunderten Keinteilen. Um sich in diesem Labyrinth zurecht zu finden, muss man sich in das Thema reinfuchsen und sich die Sachen, welche für den eigenen Angelstil am besten funktionieren, rauspicken. Aber Vorsicht: Die japanischen Entwickler produzieren schneller, als man das Zeug verangeln kann!  :P

Tungsten hat klare Vorteile!

Tungsten statt Blei!
Blei ist giftig und im Gegensatz zu Tungsten (Wolfram) gibt es kontinuierlich giftige Stoffe ans  Wasser ab!
Ein weiterer Vorteil ist die hohe Dichte von Tungsten, sprich die Gewichte sind bei gleichem Gewicht um einiges kleiner! Weiterhin ist es sehr hart und verformt sich auch bei längerem Gebrauch nicht. Der Nachteil ist, dass die Verarbeitung sehr aufwendig und somit der Preis recht hoch ist.

Kleines, aber sehr nützlicher Teil: der Knotenschutz I GUARD von DECOY

Beim Fischen mit dem Texas-Rig werden starke Kräfte auf den Knoten ausgeübt. Ein kleiner Silikonpuffer wirkt da super und der Knoten hält auch im Drill!

Das Carolina-Rig: 

C-Rig klassisch mit Wirbel

Dies ist meiner Meinung nach das am meisten unterschätzte Rig in Deutschland! Aber es hat es wirklich in sich!

Das C-Rig unterscheidet sich vom T-Rig durch ein 20-120 cm langes Vorfach, welches dafür sorgt, dass der Köder langsam zu Boden taumeln kann und somit von den Barschen länger wargenommen wird. Das Vorfach wird an einen Wirbel gebunden.
Der Rest des Rigs ist mit dem Texas-Rig identisch. Ich persönlich fische 40-80 cm lange Vorfächer. Damit fällt mir die Bisserkennung am leichtesten. Wenn längere Vorfächer gefragt sind, muss man sich dann aber schon sehr konzentrieren!
Ein weiterer Vorteil des C-Rig ist, dass man auch überdimensionale Gewichten mit Kleinstködern kombinieren kann, ohne dass sie aufeinander Einfluss nehmen! Top, wenn Strömungen, extreme Tiefen oder große Distanzen überwindet werden müssen!
Absolut geiles Rig, wenn die gestreiften Kollegen mal wieder `ne extra Einladung brauchen!!!

Historie C-Rig:
Der Erfinder des C-Rig ist Lloyd Deaver zumindest wird es offiziell so gehandhabt. Anscheinend hat er in den Spaten 60er mit dieser Methode in zwei Seen in North Carolina so erfolgreich damit geangelt das das Rig sich rasend schnell in den gesamten USA verbreitete. Er benutzte lebende Würmer als Köder! Erst später nahm er dann Kunstsoffbaits.

Es gibt aber auch Stimmen die behaupten, dass Jack Chancellor der Erfinder sei. Richtig ist, dass er die Bassmaster Classics 1985 damit gewonnen hatte und sicherlich ein Meister dieses Rigs war. Naja wie auch immer - bis zu diesem Zeitpunkt fischten die Pro´s  beinahe nur Power-Fishing-Methoden wie Spinnerbaits und Crankbaits und vielleicht ab und zu mal mit nem Rubber-Jig!
Der Finesse-Angelei wurde kaum Beachtung geschenkt. Das änderte sich schlagartig mit diesem besagten Sieg und die Entwicklung der Finesse Rigs begann mit großen Zügen!
Hier gehst zum Siegesfilm:  KLICK


Wer weitere Lust auf die Entwicklungsgeschichte der Bass-Rigs verspürt, für den habe ich genau das Richtige!


Das flexible Carolina-Rig:

Flex-C-Rig: Ideal wenn noch nicht klar ist was die Fische heute wollen.

Sehr oft stelle ich mir die Frage:"Was fängt heute besser??? Texas oder Carolina??? Beide Rigs fangen. Aber welches fängt heute???" Ich habe einfach schon ein paar Mal im tiefsten Winter mit nem schnell geführten T-Rig gefangen und eben auch andersrum! Eine Lösung fand ich in einen Artikel von Lutz Hülße. Er stellte darin das flexible C-Rig vor, bei welchem er den Wirbel durch einen starken Stopper ersetzte. Dadurch kann in Sekunden von einen zum anderen gewechselt werden. Eben auch ein Vorteil, wenn die Bisse nachlassen und die Fische den Braten riechen!
 Ein weiterer Vorteil  ist, dass ich jetzt auch mit Rapala-Knoten  fischen kann, weil die Perle und das Gewicht nicht mehr über den Knoten rutscht!
Mein absolutes Lieblings-Rig. Echt Top :)


Anköderungen für T-C Rigs:

Exotische Anköderungen sind eher die Ausnahme, können aber manchmal zum Biss führen!

Wenn es um die Anköderung geht, fische ich bestimmt zu 90% offsett, wie wohl die aller meisten von Euch. Aber an schwierigen Tagen und gerade beim Bassfischen kann eine unkonventionelle Anköderung oft zum Biss führen!


Köder:
Würmer, Krebse, Shads mit Pin- und Paddleltails - alles ist möglich. Ihr musst nur die Köderführung anpassen. Würmer zuppeln, Krebse hüpfen und Fischchen flüchten oder sterben ect ect...

Grundsätzlich finde ich es sehr schwer Köderempfehlungen zu geben, da sich der Markt immer schneller bewegt und die Firmen sich gegenseitig alle Köder kopieren! Natürlich hängt das Ganze zusätzlich auch von sehr wichtigen Faktoren wie Gewässertyp und der natürlich vorhandenen Nahrung ab.
Ich werde deswegen zur jeder Wurfgewichts-Klasse, welche ich fische meinen absoluten Favoriten für T- und C-Rigs geben.

Bei Wurfgewichten so um 0.5-1.5 gr (+ Köder) (ultra ligt) fische ich sehr gerne diese beiden.
Aber auf dieses, doch sehr spezielle Thema möchte ich separat auf einen älteren Post genau darüber hinweisen!  micro-game-100-finesse
 
NOIKE Ring Curly 3" und der O.S.P. DoLive Craw in 2" 



In der Gewichtsklasse 2-3,5 gr. (+ Köder) diese drei:

Jackall i -Shad Tail in 2,8" der Illex Ring Worm in 3" und der NOIKE Wild Goby


Und eine Nummer größer in der Gewicht Kasse 3,5-7 gr. + Trailer liebe ich diese Zwei:

Gary Yamamoto 3" Yamasenko und der NOIKE Donkey BOO


Für größere Fische wie Bass oder auch Zander haben sich bei mir diese zwei seit langem etabliert:

Jackall I Shad in 4.8 inch und der Molix Sidus 
 


 Speziell für Bass sollte man solche Klassiker immer wieder versuchen:

Klassiker wie Worms und Lizards sind immer einen Versuch auf Bass wert!


Das Florida Rig:



Ein kleines, unscheinbares Detail - aber von enormen Unterschied! Deswegen möchte ich diese Variante separat aufführen!

Hier der Link zum Florida und Punch-Rig